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Ausschluss negativer Referenzzinssätze - "Floor-Klausel" - wirtschaftlich ein "Körberlgeld"?

Welche Herausforderung entsteht dadurch in der Kreditverwaltung bzw. im Accounting?

Lässt man nur knapp ein Jahrzehnt revue passieren, stöhnten Kreditnehmer zwischenzeitig bei Zinsbelastungen über fünf Prozent! Wer hätte damals gedacht, dass man theoretisch für Kredite Zinsen erhalten könnte oder ausdrücklich „negative Referenzzinssätze“ durch nachträgliche Vereinbarungen ausgeschlossen werden? Diese sogenannten „Floor-Klauseln“ ermächtigen Finanzierungspartner den Index, z.B. den 3 Monats-EURIBOR (Stand 30.03.2016: -0,242%), mit „Null“ gleichzusetzen. Diese bewusste Abweichung vom Marktniveau könnte nun bei Bewertungsfunktionalitäten und Hedge-Accounting eine unvorhergesehene Herausforderung in der Kreditverwaltung darstellen.

Viele Finanzierungsverträge enthielten bereits in der Vergangenheit Klauseln, die auf trennungspflichtige eingebettete Derivate hin analysiert werden mussten. IAS 39 AG 33 (b) geht konkret auf diesen Sachverhalt ein: Ist die Grenze (Floor) zum Vertragszeitpunkt bereits unterschritten, d.h. die Zinsoption wäre im Geld, ist davon auszugehen, dass Finanzierungsteil und „Embedded“ getrennt bewertet werden müssten. Für den integrierten „Floor“ würde dies im Falle des vorherrschenden Zinsniveaus in einer negativen Fair-Value-Bewertung resultieren.

Da sich etwaig zusätzlich abgeschlossene Sicherungsgeschäfte auch auf Referenzzinssätze beziehen und nicht unvorhersehbar bei Abschluss mit „Null“ gecapped wurden, sind hier im Nachhinein betrachtet negative Auswirkungen hinsichtlich Hedge-Effektivität zu erwarten. Dies zu entkräften bedarf der Argumentation und Akzeptanz Ihres Wirtschaftsprüfers sowie der fundierten Datenaufbereitung, wobei wir Sie hierbei gerne unterstützen: „Negative Referenzzinssätze“ stellen zwar eine neue Herausforderung fürs Finanzmanagement nicht aber für den KREDIT-MANAGER dar! Gebräuchliche Verfahrensweisen sind in den Zinsbindungskriterien auswählbar:

- Darstellung als eingebettetes Floor

- Ausschluss eines etwaig negativen Referenzzinssatzes

- Summe inklusive der Marge muss positiv sein

- Berechnung mit negativem Referenzzinssatz

Ist dies im KREDIT-MANAGER richtig versorgt, findet dies im Falle negativer Referenzzinssätze sowohl bei automatischen Zinsanpassungen/-kontrollen, Bewertungen, Szenarien als auch bei RaR-Repayment at Risk Berücksichtigung.

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